Ausflug

Ich wollte von meinem Ausflug berichten…
Als erstes ich bin meine AWO-Betreuerin unheimlich dankbar dass sie diese Reise mit mir gemacht hat, denn allein hätte ich es nicht geschafft. Und zweitens, was ihr da oben sieht, ist meine ehemalige Strecke zur Arbeit. Ich bin da 8 Jahre lang täglich zweimal entlang gefahren. Wie idyllisch ist, ist mir damals gar nicht aufgefallen.

Ausserdem, auch wenn es anstrengend und voller Aufregung war, kann ich jedem empfehlen sowas zu machen. Es tut mal einfach gut aus dem gewohnten Trott raus zu sein und einfach etwas mal trauen und nicht nur bedenken haben. Zugegeben, ich habe es mir oft gewünscht, in meinen vier Wänden und in meinem Bett zu sein, aber im Nachhinein war ich froh. 

Die Reise habe ich gut vertragen, ich hatte zuerst Angst dass wir alle paar Meter stehen bleiben müssen, wegen überaktiver Blase, war aber nicht so, weder hin noch zurück. Okay, ich gebe zu, was trinken betrifft, habe mich eher zurückgehalten. Was allerdings in dem Fall nützlich sein kann ist ein Euro-Schlüssel, mit dem man jede Behindertentoilette aufsperren kann, für 23 Euro ist der Schlüssel zu haben, Voraussetzung ist ein Schwerbehindertenausweis. https://cbf-da.de/de/shop/euro-wc-schluessel/

Wir haben kurz vor der Grenze in Bayern übernachtet, in einem Hotel, die auf Fotos besser aussieht, als live (lustig, ich kenne das von wo anders…), aber das Bett was sauber und wir haben Frühstück bekommen.

Die Reise nach Innsbruck war ein wenig aufregend. Wir waren etwas zu spät, Verkehr war sehr viel, aber der Weg war schön. In Innsbruck war alles ein wenig anders, Corona-bedingt wurde ein wenig umgebaut und so war die Gelände etwas schwerer zugänglich. Parken war etwas abenteuerlich was allerdings meine Begleitung auslöffeln dürfte.

Also erstmal war ich etwas enttäuscht, weil der Professor selber garnicht da war. Dafür war ich offensichtlich zu oft da. Als Ersatz war  eine andere namhafte Ärztin aus seinem Team dabei – und 3 junge Ärzte, davon einer konnte garnicht deutsch….- Die Ärztin war vor 2 Jahren dabei, wo ich das erste Mal da war und könnte sich an mich – oder an meine Akte – erinnern ! Alles in allem ist sie mit mir mehr zufrieden als ich es bin, ich frage mich allerdings ob sie das jedem sagt?

Es wurden eine Menge Fragen gestellt und eine Menge Untersuchungen gemacht. Für mich war das ein wenig overkill, in kurzer Zeit wird man mit eine Menge Sachen konfrontiert, die mann nicht kann.

Ich bin auf alle Fälle nicht schlauer geworden, meine Fragen wurden diplomatisch beantwortet, was ich auch verstehe. Niemand kann in die Zukunft schauen oder für mich Entscheidungen abnehmen. Ja, der Verlauf kann in die Geschwindigkeit zunehmen oder sich verlangsamen oder auch stoppen. Es bleibt also für mich jeder neuer Tag ein Überraschung.

Dass ich auf Biohaven wegen Modag verzichten will kann sie verstehen, die Entscheidung kann sie mir allerdings nicht abnehmen.

Dass ich mich für SCA 3 testen will, versteht sie auch. Sie empfiehlt in dem Zug dann auch für SCA 17 testen zu lassen. Obwohl meine Symptome für sie schon nach MSA aussehen.

Innsbruck, München, Walchensee, Chiemsee, Ammersee

Wie gesagt, ich bin jetzt nicht schlauer, es tut allerdings gut, mit Ärzten zu sprechen, für die ich kein „Terra Incognita“ bin. Wie für meine Krankenkasse, die soeben die Dauerverordnung abgelehnt hat, mein Leiden ist nicht auf ihre Liste, das heisst meine Krankheit ist für die nicht so schlimm…

Abgesehen von der Arztbesuch war es schön alte Freunde und bekannte Gegenden zu sehen. Jegliche Sentimentalität verdränge ich jetzt. Menschen und Orte zu sehen aus einer Zeit wo ich noch ein Leben hatte, treffen einen schon.

 

Reisepläne

Ich treffe Vorbereitungen. Ich fahre morgen nach Bayern und ich freu mich wie Schnitzel. Ich hatte nie Heimweh, als ich meinen Geburtsort verlassen habe, hatte ich auch keine, aber jetzt. Obwohl ich sagen kann, dass ich hier in Hessen schon ganz gut habe, ich habe einige tolle Menschen hier kennengelernt. Und einige seltsame leider auch, aber immerhin jetzt kann ich selber auswählen, wer um mich rum ist.

Ich freue mich sehr alte Freunde und alte Orte wieder sehen. Natürlich beschleicht mich auch die Frage „was wenn ich zufällig meinen Ex treffe?“ Dafür ist München zu groß und er würde mich eh nicht erkennen, also ich kann mich wieder beruhigen. Viel Herzrasen und bitteres heulen wären das Ende.

Wenn ich meine alte Wohnung sehen werde, bekannte Gegenden… wenn ich dran denke, könnte ich jetzt schon heulen. Das ist alles mit tausenden Erinnerungen verbunden…

Wird schon gut gehen. Ich mache mir Sorgen wie ich die Reise gesundheitlich überstehe? Meine Freunde kennen mich auch nicht so. Ich frage mich, wie eine Unterhaltung jetzt aussehen wird… Auf alle Fälle denke ich drüber nach, für meine Freunde einen „Beipackzettel“ zu schreiben, dann tun wir uns alle leichter, und wir müssen die ganze Zeit nicht über die Krankheit reden.

Der eigentliche Grund meines Besuches ist die Visite in Innsbruck, bei meinem alten Arzt den man „der Papst von MSA“ nennen kann. Früher war das aus München natürlich keine Entfernung, jetzt eine kleine Weltreise. Ich bin meine Betreuerin sehr dankbar dass sie mich hinfährt!

Was ich von dem Besuch bei ihn erwarte? Natürlich nicht viel, denn zaubern kann er auch nicht. Es ist eben gut mit jemanden zu reden der sich auskennt, für den ich nicht der Exot bin.

Was ich gerne wissen würde (unter anderen) obwohl ich weiss dass man das garnicht beantworten kann, ob diese rasante Verlauf mal anhält. Ich habe letztes Jahr ne Menge Nerven gefressen, mit meiner Entscheidung, in die falsche Wohngruppe einzuziehen, und dann der Umzug, was auch mit viel Stress verbunden war. Meinen Rückschritt damals, habe damit erklärt und ich hoffte, wenn ich das alles hinter mir habe, kann ich mich auf den alten Stand wieder hochtrainieren. Pustekuchen. Seit dem geht es kontinuierlich nach unten, und ich würde gerne wissen ob das mal anhält? Oder geht es in der Geschwindigkeit jetzt weiter?

Also seit dem ist mein Gang, mein Gleichgewicht, meine Sprache und meine Energie signifikant schlechter geworden.

Was ich noch klären möchte, ist die Sache mit Gehirnspende – kann ich überhaupt mein Gehirn ins Ausland spenden? Denn ich würde mein krankes Gehirn ihn schenken.

Desweiteren möchte ihn befragen was er von einem testen auf SCA 3 hält? Denn ich möchte das machen. In dem Fall, hätte man den Pest und nicht die Cholera, aber immerhin stirbt man davon nicht. Die Symptome von SCA 3 sind der MSA-C sehr ähnlich, und bei mir halten sich autonome Symptome ziemlich in Grenzen, dafür sind zerebelläre Symptome umso krasser.

Auserdem möchte ich fragen, was er von meinem Vorhaben hält, nämlich mit Biohaven aufzuhören für anle138b. (Ich hoffe auch das die Studie dann in meinem Studiencenter stattfindet). Ich habe nämlich die gleiche Dilemma wie Marion es neulich beschrieb. Ich nehme an die Biohaven Studie teil, kann ich allerdings über nichts positives berichten. Die Amerikaner sind schon seit letzten Herbst fertig mit der Studie und alle auf den echten Wirkstoff – niemand berichtet über Wundergeschichten. Natürlich ist es auch schwer zu beurteilen ob es hilft oder nicht, ob Placebo oder nicht, wer weiss wie es ohne wäre.

Wenn Euch noch eine gute Frage einfällt, schickt sie mir.

Während ich das hier schreibe, höre ich auf Spotify eine Meddle aus den 90ern, also aus meiner Jugend. Wenn ich so manche Titel höre… zu dem ich getanzt habe, zu dem ich in Fitnesscenter geschwitzt habe, auf den Konzert war… mit Musik verbinde ich Erinnerungen. Musikstücke die ich früher so oft gehört habe, wenn ich das gewusst hätte was kommt… Jetzt spielt „Children“ von Robert Miles, mit der ich meine allererste CD-ROM untermalt habe (ja, die waren mal auch neu und cool)…

Jetzt erstmal Daumen drücken dass meine Blase die Reise mitmacht und wir nicht hinter jeden Baum stehen bleiben müssen wegen 3 Tropfen.

Am Meer

Ich bin seit einigen Tagen in Urlaub, am Ostsee. Ich habe damals nur „See“ gehört und JA gesagt. Nach meiner Diagnose bin ich das erste mal am Ostsee, das war auch auf meinen „Bucket List“. Leider hat es wenig mit den Urlauben zu tun die ich früher gemacht habe – und das habe ich gewusst. Niemand kann auch was dafür, dass Kitesurfer aufm Wasser zu sehen mir eher schlechte Laune macht, denn es erinnert mich an das, was ich nicht mehr kann. 

Ich gehöre – und gehörte nie – zu der geselligen Menschen, Ratsch, Menschen-Ansammlugen und zur Schlager schunkeln waren noch nie mein bevorzugte Tätigkeit, sprich ich habe es nie den Rudel gesucht, ich war schon immer der, die Mannschaftssporten vermieden hat. Dementsprechend mache ich es mir vermutlich hier etwas schwer.

Ich vermute dass meine Diagnose nicht lang genug her ist oder ich diese Krankheit nicht lang genug habe um entspannt geniessen zu können. Ich bin hier in einem Urlaub, wo Atypische Parkinson-Erkrankte, ihre Angehörige/Pfleger und freiwillige Pfleger – eben um die Angehörige zu entlasten – dabei sind. Ich tue mich schwer dabei zu zu sehen, wie andere Patienten „vor sich welken“, wie ihre Angehörige sich anstrengen und sich bemühen…  Ich bin hier womöglich die jüngste Patientin, eine die fitteren auf alle Fälle, mich macht nun mal oft nachdenklich, denn auch wenn wir alle unterschiedlich sind, mir blüht auch die selbe Schicksal. Pflegerisch gesehen, geht es mir garnicht darum ob ich satt und sauber bin, ich finde es nunmal bedrohend aus einem Rollstuhl nicht aufstehen zu können und nicht sagen zu können, was ich will. Andererseits bin ewig dankbar dass es Menschen gibt, die sich das überhaupt antun, andererseits schmerzt es mir zu sehen dass Patienten vollkommen von anderen abhängen, zum Teil garnicht Veto einlegen können oder wollen, denn die wollen wahrscheinlich so wenig Ballast sein wie möglich, ihre Angehörige auch mal leben und geniessen lassen möchten und wollen den Pfleger das Leben auch nicht schwer machen.

Erste Ausflüge mit dem Theraperad

Also von Meer ist hier nicht so viel zu sehen, zumindest bis jetzt nicht aber Möwen habe ich einige gesehen! Vielleicht will ich das große Wasser gar nicht sehen. Oder wahrscheinlich doch…

P.S. wie man sieht habe ich das große Wasser doch gesehen…

Morgen ist Heides Geburtstag. Wir denken an Dich Heide!

Corona macht stumpf oder there is no glory in Prevention

Als erstes vorweg, das Nichtenkind ist bis auf einen lästigen Husten wieder genesen. Vielen Dank für all Eure Genesungswünsche!

Wie viele andere auch sitze ich seit über 2 Monaten mit dem Hintern zu Hause fest und so langsam drückt es etwas aufs Gemüt, man nimmt vieles einfach nur noch stumpf hin. Meine Sprache wird schlechter, weil ich weniger rede. Worüber soll man auch immer reden, es passiert ja nix.
Ich zeige Mut zum Ansatz und bändige meine Haare mit rosa Klämmerchen, weil ich sonst nichts sehe, geschweige denn essen kann.
Ich versuche zu lesen aber manche Seiten muss ich mehrfach lesen.
Ich habe sogar MNS genäht, auf einer Höllennähnmaschiene. Meine Schwester hat sie dann in der Mikrowelle versucht zu sterilisieren. Ja, ich sag mal auf denen wächst in unserem Haushalt nix mehr. Meine Schwester meinte beiläufig ob ich noch Stoff hätte, wir bräuchten neue MNS. Gott sei Dank gibt es in der Küche keinen Rauchmelder.

3 mal war ich insgesamt draußen zum Einkaufen. Der Renner war eine wilde Tour durch Köln. Nach einem Besuch der Venloerstrasse ging es zum Melatengürtel 22. Dort im Hinterhof befindet sich ein Asiasupermarkt. So wie man sich den in einem üseligen Kölner Hinterhof vorstellt. Klein, verstaubt, unsortiert, Chaos pur. Positiv die Gänge sind so eng , ich hätte niemals umkippen können. Eigentlich wollten wir nur Nudeln, Soßen und Pasten kaufen. Am Ende war unser „Einkaufswagen“, ja man konnte den wirklich schieben und ziehen, voll bis zum Rand. Den Abschluss bildeten 2 Flaschen Chang Bier. Und wer denkt, spätestens jetzt, nicht an Abende auf Ko Tao, nach großartigen Tauchgängen wenn man auf der Terrasse / vor der Hütte gemütlich beisammen sitzt und die Fische mit jedem Chang Bier immer größer werden.
Nicht zu vergessen die bunten Fantadosen neben den Kokusnüssen. Der Thailandurlaub war schon toll, auch wenn ich mich in Mittel-/Südamerika und auch in SüdAfrika wohler gefühlt habe.
Noch schnell eine kleine Aufmerksamkeit am Krankenhaus abgegeben.

Und dann war er auch schon wieder vorbei, der Ausflug! Beschwingt von den Eindrücken hatten wir zwei einen kleinen Anfall von Impulskontrollverlust- wir bestellten ein großes Fleischpaket bei kaufdirnekuh.de ( das Fleckvieh ist so Bio wie es nur geht) und bei lieblingsbaecker-Shop.de. Schokoladenkuchen und ein kleines Probierpaket Brot zum fertig backen.
Hier und da klickte Marga nochmals auf diesen Jetzt-kostenpflichtig-bestellen-Button. Dieses Wochenende war nicht kostengünstig.

Im Fernseher läuft zur Zeit in irgendeinem dritten Programm eine Dokumentationserie über die Star Clipper , eine Segelschiffsflotte. Sie segeln durch die 7 Weltmeere, wenn du möchtest darfst du mit anpacken.
Scheint auch etwas teurer zu sein. Und da Google ja alles weiß, habe ich mal geschaut, wer den alles so barrierefrei ausgestattet auf den Meeren fährt. Und das sind gar nicht mal so wenige, man kann sogar die Welt umschiffen. Und tauchen kann man auch mit Handicap. In einem anderen Leben wollte ich ja selber mal Divemaster for Handicapted People werden. Ich fand Wassertherapie schon immer spannend.
Und da allein reisen nicht mehr klappen würde, machte ich mir so meine Gedanken wie man das planen könnte… ich muss viel an meine Urlaube denken! Sobald ich was mit Reisen sehe vermisse ich das Meer. Anfang des Jahres versuchte ich noch raus zu finden wo ich denn nochmal hin möchte.
Und jetzt? Wie wird reisen nach Corona sein und vor allen Dingen wann ist nach Corona? Und kann ich dann noch fahren?
Bin ich dann bei diesen Fragen angekommen, die mir natürlich keiner beantworten kann, verfalle Ich in einen Funktion-Modus und bewege mich wie ein Walross auf Wanderschaft. Bis ich stoppen muss und nochmal von vorne anfange und plötzlich wissen die Beine wohin sie müssen und die Hand weiß wo sie Druck aufbauen muss.
Ich schnall das einfach nicht wie schnell das alles den Bach runter geht. Zum einen krankheitsbedingt zum anderen was sich auf der Welt gerade abspielt.
Klar rein theoretisch ist mir das klar jedoch staune ich immer wieder, wenn ich bemerke, dass ich schon wieder langsamer geworden bin und was das für ein Leben ist: MSA in den Zeiten von Corona! Was für eine geile Kombination. Die Laune geht mal rauf mal runter hat aber eine relativ kurze Zündschnur. Ich bin so durch, spätestens seid dem Tag, als meine Schwester mit Amy (Katze) vom Tierarzt gekommen ist! Solange sie noch frisst, trinkt und ihre Streicheleinheiten einfordert, soll Sie noch ein paar schöne Tage /Woche(n) ? haben.
Mir ist nach weinen und in der nächsten Minute triefe ich vor Sarkasmus .
Entschuldigt, ich weiß es gibt Menschen, die zur Zeit in einem größeren Dilemma stecken.
Man kann es zur Zeit nicht richtig machen!

Etwas positives zum Schluss. Ich habe doch Verwandte ,Freunde und Kollegen gebeten mir etwas aufs Band zu sprechen, eine Geschichte/Märchen , etwas was wir zusammen erlebt haben, Podcast, Musik ect, womit ich den ein oder anderen bestimmt überfordert habe (Entschuldigung ). Jetzt hat ein guter Freund angefangen mir aus einem Kölnbuch vorzulesen. Worüber ich mich sehr freue. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen bekomme ich immer ein Kapitel zugesendet.
Jetzt kann ich anfangen die Folgen auf Tonies zu spielen.

Im nächsten Leben, werde ich eine Raupe.
Fressen, fressen, fressen, schlafen, schlafen, schlafen.

Aufstehen. Zack, Schönheit!

Heimat

Zum Jahresende habe ich meinen Vater besucht. Fahrt bis zu Budapest (diejenige die es nicht wissen, ich bin gebürtige Ungarin) mit dem Flixbus (Nachts) und dann mit meinem Neffen weiter mit dem Auto. Es ist noch gegangen mit dem Bus, mit Ach und Krach. Ich war schon sehr erschöpft am Ende, allerdings ich bin gut im „Arschbacken zusammen kneifen“. Vorher habe ich natürlich mit Schmerzmittel gedopt, und eine lästige Lendenwirbelsäulen-Attacke kam noch rein.

Mein Vater ist über 80, selber schwer krank, Asthma und noch einiges. Er weiss zwar dass ich „was habe“ aber er kennt eine „milde“ Version – was will ich einen alten, kranken Mann noch mehr kränken. Er macht sich so schon genug Sorgen, und hofft er, dass ich bald ins Krankenhaus gehe und das „Zaubermittel“ bekomme, das alles wieder gut macht. Er soll doch diese Hoffnung haben. Wobei ich mir schon Sorgen mache, wie lange ich noch dieses Schauspiel aufrechterhalten kann, denn eines Tages wird er selber merken. Und wer weiss wie lange ich ihn noch besuchen kann.

Ich habe  diesmal ein Geschmack davon bekommen, wie es ist, von anderen abhängig zu sein. Ich fahre selber kein Autobahn mehr, früher habe ich die 1000 km problemlos mit meinem BMW runtergerissen, jetzt geht das nicht mehr. Mein Neffe hat mich zwar ohne Widerworte überall hingefahren, und ich hatte die Unterstützung von Freunden auch, aber darum bitten von A nach B gefahren zu werden, muss ich noch lernen. Früher habe ich mich einfach in mein Auto gesessen und spontan irgendwo hingefahren. So ist es nicht mehr. Alles muss man planen… nix spontan.

Vor meiner Familie und Freunden versuche ich, die beste Version von mir zu zeigen, um die zu schützen und um die nicht zu überfordern oder zu erschrecken. Jeder geht damit anders um. Manche reden darüber, stellen Fragen, manche schweigen höflich und sind auf abstand, behandeln mich wie einen sterbenden oder tun so als ob nichts wäre weil die selber überfordert sind, es ist auch eine Frage der Mentalität.

Noch vor zwei Jahren kam ich immer zur Weihnachten und habe für meinen Vater traditionell gekocht. Damit ist jetzt schluss. Wir kamen auch zur Weihnachten zurück (also nach Hause), mein Neffe will natürlich die Feiertage mit seiner Freundin verbringen. So, war es ein kurzer Ausflug, aber immerhin habe ich meine Leute gesehen.

Ich habe meine Mutter am Friedhof besucht (sie ist 2012 gestorben, genau am Heiligabend, am Lungenkrebs), wir hatten aber immer schon ein schwieriges Verhältnis. Ich habe sie nur am Friedhof gefragt, warum sie mich nicht „ordentlich und fehlerfrei“ gemacht hat…. 

Ich mit 2 Jahren – war da noch alles in Ordnung?

Der letzter Tag war dann doch emotional, da kamen viele Sachen hoch. Zu sehen wo ich einst als Kind gesprungen habe, Schlittschuh gefahren bin, Fahrrad fahren gelernt habe, zur Schule gegangen bin… Alles wie in einem anderen Leben. Der Abschied von meinem Vater und von meinem Geburtsort, fiel dann doch schwer. Wie und wann kann ich wieder hier her, und ob ich das kann? Was wird nächstes Weihnachten sein? Diese Ungewissheit macht fertig, dass die Zukunft so fraglich ist.

Und die ganze Zeit die Frage: wann hat es begonnen und warum? Um mit einem Songtext zu sagen:

„Vergessen alle Tage, vergessen jede Nacht
Wo bin ich gewesen? Was hab‘ ich gemacht?
Wie hat das begonnen? Wann fing das an?
Wo bin ich gewesen? Was hab‘ ich getan?“

Alles in allem geht es mir noch „gut“, es ist nur schwer einen Mittelweg zwischen Optimismus und Realismus einzuschlagen. Auch wenn ich weiss, dass es nie so sein wird, wie es mal war, ich konzentriere mich nicht an das, was prognostiziert wird und trotze der Entwicklung so gut ich kann. 

Kleiner Schritt vorwärts: ich habe am Weihnachten meine Freundin und ihre Familie besucht, und bin mit dem Auto, inklusive Autobahn hingefahren. Also geht doch. Und mein nächster Besuch in der Heimat, plane ich auch mit dem Bus runter, und dann dort einen Auto mieten. So.

Schwer ist das alles allemal. Den Ort zu sehen, wo man aufgewachsen ist, die Familie… jetzt habe ich ein Bild davon, wie es für Menschen sein muss, die ihre Heimat und Familie hier haben – ich kann mich immerhin verstecken. Dafür habe ich kaum die Unterstützung und den Trost von meinen Leuten, ist aber so lange ich für mich sorgen kann, auch okay. Das alles zu sehen, macht melancholisch, traurig. Immer wieder stelle ich fest, dass das alles psychisch zu packen, viel schwerer ist, als ich dachte. Um wieder mit einem Songtext auszudrücken:

„Wer weiß das schon?
Mein Herz auf und davon,
Ich liebe das Leben,
Das Leben liebt mich nicht,
Es tritt mich mit Füßen,
Und schlägt mir ins Gesicht.
Ich liebe die Sonne,
Die Sonne liebt mich nicht,
Verbrennt mir die Seele,
Der Tag ohne Licht.“

Allerdings, nur besondere Menschen bekommen schwere Wege – wenn das tröstet. Und jetzt an Feiertagen und am Jahresende dürfen wir melancholisch sein. Resignieren kann jeder, also Krone zurecht rücken, aufstehen und weitergehen…

Allen Frohe Weihnachten und das beste für das Neue Jahr!

Reisetipps von Joshua aus Australien

Das sind Reisetipps von Joshua Lee Calvert. Danke dafür und die Erlaubnis das hier zu veröffentlichen. Das sind alle nützliche Tipps, und es motiviert auch dazu, mit MSA möglichst viel zu unternehmen. Fehlt euch noch was nützliches ein? Schreibt in die Kommentare!
—————
Auf einer Reise nach Großbritannien, Dubrovnik, Barcelona, Edinburgh, Glasgow, Wick.

MSA kommt mit dir, es tut mir leid, aber es ist ein Schnorrer. Verdammter Bastard!!!! Ich wünschte, es wäre nicht so, aber rate mal, er ist immer bei dir, zu Hause auch.

So, wenn Du eine Reise planst, kannst Du es tun, aber Du musst planen und vorbereitet sein, jederzeit abzubrechen, wenn es zu unpässlich ist, darum Versicherung ist so wichtig. Ich habe die ganze Reise selbst gebucht, wie ich es immer schon getan habe, da es viel billiger ist.

Du solltest den Segen von deinem Arzt bekommen, einschließlich eines Briefes, der bescheinigt, dass du reisefähig bist. Der Arzt muss auch einen Brief über alle Medikamente schreiben, die Du nimmst.

Du musst genügend Medikamente für den gesamten Aufenthalt organisieren. Es ist definitiv schwierig, aber es kann getan werden.

Du musst deine Versicherung überprüfen/abschließen, bevor Du eine Reise buchst.
*** Der Versicherung musst Du angeben, dass Du MSA hast.
**** Beantworte alle Fragen ehrlich, denn sonst wird es ungültig, wenn du es nicht tust. Für mich ist es gemacht, mit dem Ankreuzen der Kästen, die besagen, dass ich Schluckprobleme habe, Rollstuhl benutze, etc. Es kostete ca. 250 AUD für 5 Wochen.

*** Tipp – Buche alle Flüge und buche Hilfe an allen Flughäfen! Was bedeutet, dass sie dich durch alle Tore mit dem Rollstuhl schieben, Einwanderung usw. Und Deine Familienmitglieder kommen auch mit Dir mit.
Vorteile – Du kommst schneller durch und steigst zuerst ins Flugzeug.
Nachteile – du steigst zuletzt aus dem Flugzeug, weil dort ein Rollstuhl auf dich wartet.

Buche eine Unterkunft auf Airbnb, booking.com, mit Hilfe von Filtern, um barrierefreie Funktionen auszuwählen, die Deinen Bedürfnissen entsprechen.

Buche einen Platz mit Blick auf den Garten etc. denn wenn Du krank wirst oder die ganze Zeit zu Hause verbringe müsst, kannst dies bequem tun. Dies ist in der Regel günstiger als Hotels. Es ist besser, in den Wohnungen der Häuser zu bleiben, weil Du Küche benutzen kannst, unbegrenztes WiFi, Netflix, usw. verwenden kannst und vor allem kannst Du innen bleiben, wenn Dir unwohl ist.

Fahrten mit dem Bus in Großbritannien sind meist kostenlos, wegen Rollstuhl-Benutzung.

Wenn du Hilfe brauchst, kontaktiere mich auf Facebook!

TEIL II

Reisen kann zum besten Zeitpunkt stressig sein, geschweige denn mit einer MSA.

Tipp 1
Denke bei der Planung Deiner Reise an das Wetter.
Plane den Urlaub für die kühleren Monate, wenn dies Dein Präferenz ist, wenn Du die Wärme magst, plane es für die Wärme.

Tipp 2
Wenn Du für die kühleren Monate oder an der Hochsaison Mitte planst, dann wird die Reise billiger sein! Für die meisten von uns ist Wärme ein großer Faktor, also musst Du einen Ort haben, der eine Klimaanlage hat.
Wenn Du dich in der Hitze befindest, mache eine Pause in einem Restaurant, gehe an einen Ort, an dem es eine Klimaanlage hat, ruhe Dich aus und nehme Flüssigkeiten zu Dir und wenn es nicht besser wird, breche die Reise ab und gehe nach Hause.
Wir müssen auf unseren Körper hören.

Tipp 3
Erwartungen…..
Frage dich selbst, was sind deine Erwartungen sind an diese Reise? Ist diese Reise für dich geeignet? Oder machst du eine Reise für deine Familie?
**** So oder so ist das nicht anders, als vor der MSA. Denke jedoch daran, dass du die Erwartungen deines gesamten Lebens nicht ändern kannst und wir immer Kompromisse eingehen müssen.

Tipp 4
Die Prozentregel – ok, hier ist sie.
Dieses ist etwas, was für dich, besonders mit MSA, anzuwenden gilt.

Konzentriere dich nicht nur auf die schlechten 50%, 9% oder 1% des Lebens. Wenn man so durch die Linse schaut, wird es schrecklich. Unser Leben gehört uns.

Wie Nelson Mandela sagte:“Das Leben ist ein Kampf“. Das ist also für alle gleich, nicht nur für uns, mit MSA. Also versuche, die Geschichte von der positiven Seite der Dinge zu sehen und zu erzählen. Wenn du nicht für 2 Tage auf der Reise ausgehen kannst, konzentriere dich nicht nur darauf. Wenn die Leute fragen, wie die Reise war, musst du Dinge finden, die du genossen hast, die Menschen, die du getroffen hast, das Essen, das du gegessen hast, usw. Mit anderen Worten, gebe den guten Teil des Lebens/Urlaubs an. Überraschenderweise, wenn man anfängt, das Leben so zu betrachten, wird es besser auch. Ferien sind Privilegien, also nehme ich es auch so, wenn ich überall hingehen kann.
Ich kann nicht fahren und den Tag muss ich zu Hause verbringen, also genieße ich den Ort. Ich mache Urlaub.

Tipp 5
Mache keine Sorgen, um die bevorstehende Reise! Sorge ist Zeitverschwendung und eine negative Emotion. Mache gute Forschung und stelle Fragen zum bevorstehenden Ziel.
Ich benutze auch Street View, um mich in der Gegend umzuschauen, den Zugang zu den Straßen, usw. zu erforschen.
Sobald du gebucht hast, freue dich darauf, keine Sorge, sonst wird es zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Forsche und bereite dich vor und denke positiv.
Vorbereitung ist also der Schlüssel.

Tipp 6
Sei bereit, die Reise zu beenden, wenn du zu krank bist oder dich akut unwohl fühlst.
Deshalb ist eine Versicherung so notwendig,

Tipp 7
Transport und Suche nach am Zielort verfügbaren Transportoptionen.
Kannst du einen Elektroroller oder Roller mieten? Wie ist der öffentliche Verkehr? Wie kann man darauf zugreifen?

Für z.B. New York kann man eine App runterladen und Taxis buchen, auch wenn man unterwegs ist. Sie erhalten deinen GPS-Standort und das Taxi holt dich von dort ab.
In London bezahlen Rollstuhlfahrer nicht für öffentliche Verkehrsmittel wie z.B. Busse Mietwagen/Rollstuhlzugang.

Tipp 8
Attraktionen, Konzerte etc.
Überprüfe, ob dich der Begleithund, die Frau, der Ehemann kostenlos begleiten können. Zum Beispiel auf dem London Eye, musste ich bezahlen, aber meine Frau stieg kostenlos ein, um sich um mich zu kümmern, also haben wir nur für 2 Personen bezahlt zu dritt.

Tipp 9
Schaue die Gesundheitseinrichtungen an, an dem Ort die du besuchst. Ich würde Ihnen nicht empfehlen, in Kriegsgebiete zu reisen oder eine Schiffsfahrt zu unternehmen, bei der es 10 Stunden dauern kann, bis sie dich zurück zum Hafen fahren.

Tipp 10
Nehme 2 Arten von Antibiotika mit. Bitte den Arzt, dir ein Breitbandantibiotikum zu verschreiben, das  alle andere Infektionen ausser Harnwegsinfektionen abdeckt. Dann besorge dir sich einen speziell für Harnwegsinfektionen.
Nehme Anti-Übelkeits-Medikamente und etwas zum Schlafen.

Tipp 11
Kontinenz
Nehme genügend Inkontinenzeinlagen, Katheter und Einläufe mit, Zäpfchen etc.

Tipp 12
Bleib ruhig. Denke daran, dass du auch zu Hause gute und schlechte Tage hast. Wenn du also im Urlaub eine hast, ist das normal. Nimm es locker, kommuniziere mit deine Familie oder Betreuern, etc. Sag ihnen, was du fühlst, schau, ob sie etwas vorschlagen können. Tu, was du normalerweise zu Hause tun würdest. Hoffentlich hat es sich bewährt, wie üblich, oder du musst deine Pläne anpassen.

Tipp13
**** Flugzeuge  – Buche immer Hilfe bei deiner Reise! ****
Auch wenn du normal gehen kannst, hole dir am Flughafen Hilfe im Rollstuhl, für alle Flüge, sowohl für Abflug als auch für Ankunft.
Stress, Müdigkeit, etc. bekommt uns schlecht und du willst deine Reise nicht ruinieren, bevor sie beginnt! Dies ist besonders wichtig, für die Einreisekontrollen der Gates, etc., da sie oft sehr weit weg sind und sehr zeitaufwendig sein können.
Für z.B. Los Angeles nach 23 Stunden im Flugzeug ist ein 30-40 min. Fußweg zum Gate, dann ein Bus etc. für Anschlussflüge, es ist unmöglich zu schaffen. Indem du Hilfe bekommst, werden sie dich zum Gate und zum Ziel schieben. Du wirst Sicherheits- und Grenzkontrollen als Priorität passieren, ebenso wie alle anderen, die dich begleiten. Du steigst zuerst in das Flugzeug, aber normalerweise kommst du zuletzt raus.
Du musst von der Fluggesellschaft dein Rollstuhl genehmigen lassen, bevor du fliegst. Rollstühle sind frei um zu transportieren, aber manchmal sind Gewichtseinschränkungen, die Fluggesellschaften sind alle unterschiedlich. Fliege Business Class, wenn du kannst!
Trage Kompressionsstrümpfe – diese helfen, eine tiefe Venenthrombose zu verhindern und wenn du Bein- und oder Bauchbinde trägst, wird dies gegen Orthostatische Hypotonie helfen. Mache Übungen im Sitz und stehe auf, regelmäßig, wenn du kannst.

Ich habe berechnet, ich habe 623 Stunden gemacht, plus Flüge in 2 Jahren plus 4 weitere 6 Stunden, plus Flüge und 43 Stunden Flüge.

Wenn du ankommst, wirst/kannst du mehr Schmerzen, geschwollene Beine usw. haben. Deshalb ist die Rollstuhlservice großartig und es ist eine Notwendigkeit, auch wenn man normalerweise gehen kann.
*** Verschwende keine Energie auf Flughäfen***.

Weitere Tipps gerne, wenn du mir deine Fragen schickst.

Der neue Luigi!

Seit einer Woche bist du nun bei mir und auch wenn Dir hier und da noch etwas fehlt, bist du doch ein Highlight!

Es war ein Donnerstag als wir dich aus  dem Pott ins Rheinland geholt haben ? und zur  Begrüßung schien dann sogar die Sonne!

Um 12:30 Uhr brachen Marga , Melanie und Marion mit Elliot und Frl Wanda (auch Mäuschen genannt) gen Dinslaken auf! Elliot und das Fräulein (Ihres Zeichen Franz. Bullies) waren sehr aufgeregt, Elliot versuchte doch ständig aus dem Fenster zu schauen. Das Fräulein versuchte auf dem meinem Schoß die richtige Position zu finden!
Nach einer guten Stunden kamen wir an und machten uns auf die Suche nach Herrn G., von dem wir dich übernehmen sollten!

Du standest ein wenig verloren in der Ecke! Aber schon als du deine beiden Marken, mit den magischen Buchstaben FC, bekommen hast strahlte dein Rot!

Zuerst ging es zur Tanke, man kommt nicht weit mit 200 ml  Sprit. Einmal voll tanken, das Bordnavi erklärt sich von selbst und ab auf die Autobahn.
Aber schon nach 15 min diskutierst du mit besagtem Navi. Das Ding gibt an eine 14 min kürzere Strecke gefunden zu haben! Nach der 5. Meldung drückst du entnervt auf ja und stehst 10 min später im Stau! Na klasse! Aber ideal um mal das Dach auf zu machen! Hier und da mal auf einen Knopf drücken und gucken was passiert!

Das Navi schickte mich tief ins BMGland, das ging mir dann doch zuweit und beim nächsten A61 Richtung Koblenz Schild, habe ich das  Kommando übernommen!

Erstmal angekommen gab es einen Hennes für die Hutablage,ein PaarFussballschuhe für den Rückspiegel , einen   Christophorus!
Was Dir noch fehlt? Ein #effzeh Aufkleber und eine andere Nummernschildhalterung, wobei hier nur das untere Leistchen gewechselt wird


Auf das wir zwei viel Spaß zusammen haben und viele schöne Touren machen!

Alles ist „ein wenig“ anders…

Ich bin jetzt eine gute Woche in Kanada und versuche zu sehen, und erleben, soviel ich kann. 

Die erste Woche habe ich zuhause bei meiner Cousine genossen, wo wir vor allem viel  geredet haben – gute logopädische Übung für mich. Und neben bei haben wir versucht, mich meiner Verstopfung zu befreien, was fast eine Woche dauerte und ganz schön hartnäckig war. 

Wir haben die Berge besucht, nein, Bären habe ich nicht getroffen  aber viele Weinreben. Wir waren lecker essen und trinken, unter anderem in einem Bayerischen Wirtshaus, was ich lustig fand, und viel anderes, wir haben meine andere Familienmitglieder auch besucht. Aber die Weine hier sind besser als Bier.

Meine Cousine passt  sehr gut auf auf mich auf, man könnte sagen, sie hat mehr Angst um mich als ich, aber ich weiss, dass für den Aussenstehenden alles viel gefährlicher aussieht, als ich es wahr nehme.

Jetzt bin ich in Tofino, und bin von der Schönheit der Insel und der Ocean begeistert. Ich habe noch 3 Tage hier, kann also noch einiges passieren. Ich habe allerdings das beste Räucherlachs meines Lebens gegessen (selbst geräuchert und nicht aus Supermarkt-Plastik und nicht von Fischfarm). Außerdem habe ich einen Traumhaft schönen Trip aufm Boot gehabt, mit dem besten eiheimischen Fremdenführer, der selbst auf einem der Insel lebt. Zugegeben das Ein- und Aussteigen war wenig elegant, eigentlich gar nicht. Es ist so schwer, weil ich  „im Kopf“  mir das alles so leicht vorstelle. In ein Boot steigen? Kein Problem… Habe ich schon so oft gemacht. Und dann stehe ich da  wie versteinert, zwei Menschen reden auf mich ein, und  bieten alles an Hilfe an, und  ich stelle mich furchtbar an. Frustrierend.

 

Ein wenig Impressionen aus Tofino

Wir haben die berühmten schwebenden Gärten besucht (Freedom Cove), ich bin auf dem Boot geblieben, weil wenn ich aussteige, wer weiss wie lange es dauert, mich wieder reinzukriegen. Da waren ältere Herrschaften, locker 10-15 Jahre älter als ich, die diese wunderschöne schwebende Gärten sportlich besucht haben, fotografiert und die Eigentümer mit Fragen gelöchert haben, fröhlich gequatscht haben, und ich war ein Haufen Elend, der sich nicht vom Boot traut. Ich sehe ja sitzend und ohne Gehhilfe, nicht aus wie eine Kranke, der alles Mögliche hat. Das ist auch frustrierend.

Essen ist ein Thema – man will was essen womit sich in der Öffentlichkeit nicht blamiert und sich auch nicht verschluckt. Alles ist auf einmal ein Thema. Nichtmal auf der Toilette kann man „einfach so“ gehen.

Sehen all die Surf-Shops, ist nicht egal. Die waren vor kurzem noch der Ort, wo ich gerne mein Geld ausgegeben habe. Mein Surf-Equipment und meine 3 Neoprenanzüge habe ich in diesem Sommer verkauft. Wenn ich die Jungs und Mädels sehe, wie die auf ihren Fahrrädern in Surfanzügen rumfahren, dann denke ich wieder „scheisse“.

Aber ich bin so schon froh hierher gekommen zu sein, diese Schönheit zu sehen, ich bin meiner Cousine Valene sehr dankbar, denn ohne ihr würde ich es nicht schaffen. Und ihren Freunden bin ich dankbar, mich zu unterstützen, vor allem Keith, der als Einheimischer mich hier auf der Insel rumführt.

Unser „Lebkuchenhaus“ – Märchenunterkunft

Macht so viele Unternehmungen, so viel es nur geht, denn wir wissen nicht was der Morgen bringt.

Alex, Jessica und Marion in Domburg

Hallo zusammen.
Zuerst einmal ein Sorry, das wir so „faul“ waren! Aber es kam all es auf einmal und bis jeder Behörde das hatte was benötigt wurde …nun ja!

Aber es gibt ja auch  Schönes zu berichten! Vorletztes Wochenende war ich im Meer (Komplett) schwimmen und der effzeh hat nach 23 Jahren erstmals wieder in Freiburg gewonnen. Was für ein Tag!

Vorletzten Donnerstag ging es los. Punkt 11.00 Uhr machten wir uns mit ordentlich Gepäck auf den Weg nach Domburg. Wo wir nach 2,5 Std gut angekommen sind. Nach einer kleinen Stärkung und nem Kaffee konnten wir die Wohnung beziehen. Aber kaum angekommen… nun ja, ein Sturz gehört dazu! Das drückt halt nur immer etwas aufs Gemüt!
Was dagegen hilft: ein Blick auf s Meer, die Seeluft genießen und einkaufen in fremden Supermärkten ? für mich hochgradig spannend und wenn es dann noch so nette Damen gibt, die hinter den Kulissen Erdbeeren und Ananas für einen schälen bzw. schneiden. Einfach göttlich!
Den Einkaufszettel haben wir natürlich in der Wohnung vergessen! Also einkaufen nach Bauchgefühl 🙂 und das haben wir gemacht!!!

Als durch die Getränkeabteilung ging, dachte ich nur wohin mit dem ganzen Leergut? So typisch Deutsch! Dafür gab es dann einen Tapasabend unter den Wärmestrahler auf dem Balkon!
Geschlafen habe ich ganz gut, nur bis ich mal richtig lag… die Matratze war so weich und hatte keinen Rahmen – Schwerstarbeit.
Freitag
Nach einem Kaffee und Frühstückscantuccini ging es an den Strand. Von unserer Wohnung, ein Katzensprung entfernt!
Nach einer Mischung aus Frühstück und Mittagessen und dem wohl

hübschesten Eistee der Welt sind wir über 1 Std am Strand entlang spazieren gegangen. Ich war so glücklich, dass ich meine Kamera gut halten konnte auch wenn meine Frisur, darunter, der eines Alpaka glich. Laufen ging nahe am Wasser prima!!

Auch wenn ich immer noch nicht singe „ER gehört zu mir“

Die frische Luft tat gut!
Man konnte am Horizont die Schiffe beobachten und ich musste an Henning und unsere leicht abenteuerlichen Pläne denken! Der Kapitän und die Tauchlehrerin! Innerlich musste ich schmunzeln. Jessica scheuchte die Möwen auf. Und wir freuten uns auf Samstag, weil wir dann ins Wasser wollten.


Vom Wind durchgepustet ging es ins Dörfli, ein bisschen shoppen. Und nach einer weiteren Runde durch den Supermarkt saßen wir wieder auf dem Balkon, schwatzten und sangen Lieder der jeweiligen playliste mit! Das erinnerte mich natürlich an Mauritius wo wir nachts auf der Straße John Denver und Elvis Songs zur Gitarre gesungenen haben! Ich habe mich an den Geruch erinnert, wenn du im Taxi sitzt und das erste Mal am Meer entlang fährst, wie in Kolumbien! Überhaupt hatte jeder Urlaub 1 ganz speziellen Song. Das erste Mal Ägypten zB you von Ten Sharp oder Guantanamera auf Cuba! Großartig war auch als wir den Bewohnern der Niederländischen Antillen Grönemeyer näher bringen wollten!
Alex S. Das war ungefähr genauso wie Euer Video aus dem nepalesischen Taxi was ihr mir geschickt habt ???

Samstag
Ausreichend gestärkt ging es runter ans Wasser. Meine einzige Sorge war wie ich wieder in den Stand komme ohne umzufallen wenn die nächste Welle kommt.
Das Wasser war erfrischend kühl und nach ausreichender Akklimatisierung war ich plötzlich drin. Mit einer Ausnahme überkommt mich im Wasser dann immer diese Ruhe und Leichtigkeit! Dieses ruhige Schweben! Und nirgendwo kann man so entspannt tauchen /schweben wie in Ägypten.

Bis zu dem Zeitpunkt wenn ich merke wie sch .. Meerwasser schmeckt
Wir sind anschließend noch über 1, 5 Std am Meer entlang spazieren gegangen und kamen kurz vor knapp am Blauen Teppich an! Die Flut kam!
So ganz im Stil von Südafrika haben wir uns auf ein gekühltes Glas Rose (oder Aperol spritz) in ein Straßencafé gesetzt.
Zum Abendessen ging es zum Mexikaner Spareribs essen!
Die Musik erinnerte mich an México und irritierender Weise auch an New York! Nach einem AbschlussCocktail fanden wir uns wieder auf dem Balkon wieder! ? Es war ein hochemotionaler Tag für mich.
Sonntag waren wir noch auswärts frühstücken, im Supermarkt haben wir noch die Standardlebensmittel für zu Hause eingekauft (Vla) und machten uns dann auf Richtung Köln.

Liebe Intensivstation und allen die sich daran beteiligt haben vielen lieben Dank! Ich habe mich riesig gefreut und es wirklich genossen!
Es war nicht das letzte Mal, dass ich das Meer gesehen habe ✌?

Alex und Jessi, ihr Lieben! Vielen Dank für eure Unterstützung und Begleitung! ?

Reisen mit MSA

Seit ein paar Tagen bin ich in Kanada! Die Ocean sehen war sowieso auf meinem „Bucket List“, außerdem habe ich eine Cousine und ein Cousin mit Familien hier und mein Patentochter, die ich seit über 30 Jahren nicht gesehen habe, man kann sagen seit der Taufe.

Ich wollte diese Reise machen so lange ich es machen kann. Ich war allerdings aufgeregt ohne Ende.

Die Entfernung von meinem Zuhause zum Flughafen beträgt etwa 50 km. Ich habe zwar einen supernetten Angebot von einem Freund; ich hätte mit Taxi rausfahren können, und er übernimmt die Kosten – aber ich wollte es wissen! Vielleicht auf der Heimreise nehme ich das Angebot wahr, ich werde sicher mehr müde sein.

Ich musste also einmal mit dem Bus zur S-Bahn, und dann  zweimal mit der S-Bahn fahren. Einmal umsteigen. Ich habe einen Rollkoffer den ich relativ gut neben mir her ziehen kann und mit dem Gehstock, sollte es gut gehen. Zur Not kann ich von der S-Bahn-Station immer noch ein Taxi nehmen. Das war der Plan.

Gepackt habe ich nur das nötigste, damit der Koffer nicht zu schwer ist, so bin ich mit halb leerem Koffer los.

Die größte Herausforderung war zu wissen, wo die nächste Toilette ist, ich mag das wissen und ich mag die Möglichkeit haben diese zu benutzen, egal ob ich es brauche oder nicht.

So bin ich rechtzeitig los, damit ich genug Puffer habe. 

Die Fahrt war anstrengend aber es ging. Jedes mal, das ein- oder aussteigen musste geplant werden.

Am Flughafen München kam noch eine weite Fußweg auf mich zu, bis ich das Check-In gefunden habe. Von dort aus war alles leicht, ich habe einen „Rollstuhl-Service“ gebucht, das heisst die schieben mich dort hin, wo ich hin muss und ich darf den Flieger oder Transportbus als erste besteigen. Ich saß allerdings das erste Mal in meinem Leben in einem Rollstuhl.

Ich war schon mächtig stolz als ich am Flughafen angekommen bin. – nun „noch“ das Fliegen.

Ich musste einmal in London umsteigen. Der Flug nach London war unkompliziert, es waren nur Millionen Kinder im Flieger, die alle geschrien haben. Aber der kurze Flug bis dahin kann man aushalten. Da musste ich  gute zwei und ein halb Stunden warten. Dort angekommen wurde ich von einem Terminal ins andere gefahren, mit dem Bus, was eine ewig lange Reise war. Dort wurde ich in ein Lounge „zwischengelagert“ wo alle gehandicapten Personen warten dürften. Das war bisschen melancholisch, weil ich mit meinem Ex mal nach London wollte, jetzt ist aber alles anders.

Dann kam der langer Flug nach Vancouver. Zum Glück hatte ich einen Platz am Gang. Ich wurde es jedem empfehlen danach zu fragen. Ausserdem würde ich jedem empfehlen, auf das Flugzeug-Essen zu verzichten, falls Feinmotorik ein Thema ist. Ich habe es nicht getraut zu berühren und fast so zurückgehen lassen, wie es war. Es ist alles winzig klein und verpackt, ich wusste wenn ich das berühre, es wird in einem Unfall enden. Das schlimmste an den langen Flug ist, das man Zeit hat über alles nachzudenken, über das Leben, über die Krankheit..

Wenn man alles berücksichtigt, kann man den Flug aushalten. Ein langer Flug war früher schon nervig. Kompressions-Strümpfe, Medikamente parat haben.

Jetlag ist natürlich nervig, so oder so, und ab Nachmittag bin ich schon müde und zu nichts zu brauchen. Innerlich scheine ich aus zu trocknen, hier ist noch heiss und überall läuft Klima, was sicher auch noch etwas dazu tut, aber trockene Augen, trockener Mund und Verstopfung quälen mich schon etwas. 

Jetzt geniesse ich die Zuwendung meiner Cousine und versuche mich nicht all zu sehr an das Verwöhnprogramm zu gewöhnen, weil ich das zuhause vermissen werde.

Photo: Screeny / photocase.com