Alles dreht sich

Ich will mal erzählen was ich herausgefunden habe, nachdem ich damit beschäftigt war, und einiges recherchiert habe, warum es mir manchmal besonders schwindlig ist. Vielleicht erkennt sich hier noch jemand?
Meine Recherche führt mich immer zum POTS. Der Begriff „posturales Tachykardiesyndrom“ (POTS) ist üblich.
Was ist „POTS“?
Das ist wie „Krankheit in Krankheit“. Denn POTS ist eine eigenständige Krankheit, was aber in MSA-Patientenen auftreten kann.
Die Kipptischtest ermöglicht eine Differenzialdiagnose der orthostatischen Regulationsstörung. Obwohl diese Syndrom ist bei Frauen eine häufige Variante der Kreislaufdysregulation darstellt, wird es in Deutschland noch zu selten diagnostiziert, und auch in Männer kommt es vor. POTS ist gekennzeichnet durch einen übermäßigen Pulsanstieg im Stehen bei kaum verändertem mittleren Blutdruck. Es treten Symptome der orthostatischen Intoleranz auf, die zum Hinsetzen oder Hinlegen zwingen.

POTS beeinträchtigt den Blutfluss durch den Körper und dadurch verursacht Schwindel im Stehen. Rein Rechnerisch ist jemand von betroffen, wenn seine Herzfrequenz innerhalb von 10 Minuten, nach dem Aufstehen um 30 Schläge pro Minute ansteigt, oder seine Herzfrequenz mehr als 120 Schläge pro Minute beträgt.
Wenn wir zum Beispiel stehen, muss der Körper eine ganze Menge Prozesse erledigen. Beim Aufstehen fällt automatisch eine beträchtliche Menge Blut in den Unterkörper. Autonome Reflexe sorgen in dem Fall dafür, dass dann das Blut in den Oberkörper verteilt wird.
Es gibt eine Reihe von Krankheiten, die das autonome Nervensystem betreffen, die als Dysautonomie bezeichnet werden. POTS ist eine davon.
Müdigkeit (Fatigue) und einer Vielzahl anderer Symptome machen POTS aus. Die Symptome können so stark ausgeprägt sein, dass selbst „übliche“ Alltagsaktivitäten wie Duschen oder Gehen stark eingeschränkt sein können.
Es gibt ein breites Spektrum an POTS-ähnlichen Störungen, die unter den Begriff der Dysautonomie fallen, von denen einige nicht die Erhöhung der Herzfrequenz aufweisen.

Symptome können sein (bei mir sind es 5, 6, 11, 14)

  1. Übelkeit
  2. Kopfschmerzen und Schmerzen in dem Bauch oder in der Brust
  3. Chronische Schmerzen (allgemein)
  4. Herzklopfen
  5. Müdigkeit (Fatigue)
  6. Kurzatmigkeit und Schwäche
  7. Schlaflosigkeit
  8. Benebeltes Gehirn (Brain fog)
  9. Anomalien beim Schwitzen
  10. Blasenfunktionsstörung, Blaseninkontinenz
  11. Zittern der Hände (Tremor)
  12. Verstärkte Symptome im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus bei Frauen
  13. Rötungen oder Blaufärbung der Beine im Stehen
  14. Kalte Hände, kalte Füße

Laut einer Umfrage ist Müdigkeit (Fatigue) (95,2%) das häufigste Symptom, Schwindel beim Stehen ist das zweithäufigste (95,2%), gefolgt von Benebeltem Gehirn (Brain fog) (93,1%) und Herzklopfen (92,0%).

POTS ist dafür bekannt, dass es beim Stehen Schwindelgefühle verursacht. In einigen Fällen werden die Patienten beim Versuch zu stehen tatsächlich ohnmächtig, was bei mir zum Glück (noch?) nicht der Fall ist.
So, das passiert in etwa in mir, meistens. „Der Lack ist ab.“

Leider gibt es das „Allheilmittel“ gegen POTS nicht, die Ärzte sind meistens überfordert, es wird versucht die Symptome einzeln zu mildern.

  1. Trinke viel, auf alle Fälle ausreichend, mindestens 2 Liter am Tag
  2. Salzaufnahme erhöhen, mind. 2-4 g Täglich, wenn nötig in Tablettenform
  3. Niedrigere Kohlenhydrate (Brot, Nudel, etc.) und kleinere Mahlzeiten
  4. Bei einigen Patienten kann Koffein hilfreich sein – aber dies ist in keiner Studie bewiesen
  5. Einschränkung oder Vermeidung von Alkoholkonsum, was bei uns ohnehin schon der Fall ist
  6. Vermeiden von Energydrinks
  7. Eine Glutenfreie Ernährung nach einem Verträglichkets-Test kann empfohlen werden
  8. Wenn Patienten auf Lactose allergisch reagieren, Vermeidung von Produkten die Lactose enthalten (Durchfall kann hier ein ausgeprägter Symptom sein)
  9. Sportliche Betätigung, Aktivität, üben – eine positive Auswirkung von Bewegung ist wissenschaftlich bewiesen – starte mit Übungen im sitzen wenn nötig und steigere langsam. 3x 30 Minuten wöchentlich erzielen schon einen positiven Effekt!
  10. Stütz-/Kompressionsstrümpfe und/oder Bauchbinde vermeiden das schlagartige  „Runtersacken“ von den Blutmengen in den Adern
  11. Medikamente, mit denen nOH in MSA behandelt wird

Es ist Ratsam einen Arzt zu finden, der POTS kennt!

Recherchiert und zum Teil zitiert von/auf folgende Seiten:
myheart.net
aerzteblatt.de
wikipedia,de
youtube.de

2 Antworten auf „Alles dreht sich“

  1. Also auch noch POTS!!! Die Beschreibung der Symptomatik, das passt. Bei mir trifft fast alles zu: 1 2 4 5 6 7 8 9 10 11 15. Irgendwie hatte ich ja gehofft, diese Beschwerden haben mit der MSA nichts zu tun. Aber dank deiner Recherchen….

  2. Ich versuche nicht alles der MSA zu adressieren. Schmerzen hat mal jede/r. Oder Herzrasen. Es kommt natürlich drauf auch an, wie ausgeprägt die Beschwerden sind. Irgendwie versuche ich mich dem ganzen „nicht zu ergeben“…..

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