Klamotten, High Heels, Sportequipment – alles aus der Zeit „vor der Diagnose“ – wohin damit?

Das ist wie mit der Zeitrechnung „vor und nach Christus“ – für mich gibt es „vor und nach der Diagnose“.

Vor der Diagnose habe ich viele schicke Sachen besessen. Sachen die ich jetzt nicht mehr brauche, die ich nicht mehr benutzen kann. Natürlich macht mich das melancholisch oder traurig. Manches ist dann einfach eine rationale Entscheidung.

Mein Surfequipment habe ich verkauft weil es einfach an Wert verloren hat, mit der Zeit. Aber das Brett mit dem ich fahren gelernt habe gebe ich nicht weg.

Mein total schickes Retro-Fahrrad – mit dem ich letztes Jahr einen Unfall hatte – schenke ich meiner Freundin.

In meinem Schrank sind Kleider, tolle Partyfummel, die werde ich wahrscheinlich nicht mehr tragen, aber ich gebe sie nicht weg und ich verkaufe sie auch nicht. Und es gibt ein Regal (und viele Schubladen) wo meine High Heels aufgereiht sind, schön ein Paar neben dem anderen.    Meine Schuhe sind meine Kinder. Wieviel Paar ich besitze das verrate ich nicht. Jedes Paar mit einer besonderen Erinnerung: die mit der Schleife habe ich zu der Party getragen, die mit dem Riemchen waren die Lieblinge von meinem Ex, die aus Italien habe ich einen ganzen Tag getragen als ich mal ein Fotoshooting geleitet habe…

Ausserdem, vielleicht trage ich die noch. Wer weiß, es passiert ja in der Forschung sehr viel. Es gibt Tage wo diese Gegenstände mich traurig machen, aber ich wäre um diese tollen Erinnerungen ärmer wenn ich sie aus den Augen räumen würde. Sie bleiben als süße Erinnerung und die Motivation, meinen Hintern zu bewegen, denn wer weiß, vielleicht ist bald eine Medizin da, und dann will ich noch gut in Form sein. Das Surfequipment miete ich dann und das Fahrrad leihe ich aus.

Foto: willma / photocase.de

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