Hilfsmittel: Fluch oder Segen?

Neulich habe ich einen Post gelesen, in dem stand:“den Rollstuhl haben wir so lange wie möglich hinausgezögert“!!!

OK, eins vorweg:  jeder muss seinen eigenen Weg finden und ich kritisiere hier keinen für seine Entscheidung.

Ja, auch für mich war es eine Kapitulation vor dieser Erkrankung als die Chefin mich in der Uni besucht hat und drauf bestand den Rollator mit zu nehmen, zur abendlichen Mobilisation zum Kakaoautomaten. Die Sr. von der Station  hatte ihn mir hingestellt .Ich würdigte ihn keines Blickes. Das ging mir alles deutlich  zu schnell. Bis die Chefin kam und meinte den nehmen wir jetzt mit.  Oh neee muss das sein? Es musste wohl sein, sie ist da wenig gesprächsbereit!

Kaum war ich entlassen und bei meinem Hausarzt  bekam ich eine Verordnung über Logopädie, Physiotherapie und über einen Rollator! Na gut, denk ich mir er kann ja irgendwo stehen. Irgendwann braucht man ja mal einen!

Also fahren wir mal ins Sanitärhaus!                                                                                                                 Rot muss er sein und geländetauglich!  Meine  Krankenkasse gibt 70 Euro dazu! WoW! Nach 39min Proberollen mit drei verschiedenen Modellen kam ein Dietz Rollator Taima XC Farbe rot-metallic !!! Er bekam noch einen Getränkehalter, einen Regenschirm (natürlich in Rot), eine Effzehschelle, Effzehaufkleber, einen Hennes (Maskottchen des effzeh)  und ein Schloss!  Er hat ein Gewicht von 9,1 kg und mit der Luftbereifung ist er Outdoor geeignet!

Nun stand er da im Flur, immer irgendwie im weg! Bis es irgendwie mal wieder so weit war, das  der Blutdruck knapp über 60 lag – ok, er stand am richtigen Ort!

Bei den darauffolgenden  Spaziergängen um das Geissbockheim bestand Alex und natürlich auch die Chefin darauf, dass das Ding mitkommt. So haben wir uns angenähert!

Ich bin immer noch nicht sein größter Fan aber er ermöglicht es mir alleine raus zu gehen. Ich bin nicht auf zusätzliche Hilfe angewiesen. Ich fahre in die Innenstadt, gehe ins Stadion und treffe mich mit Freunden. Er sorgt für ein besseres Gangbild, was mir natürlich hilft, wenn ich ohne ihn unterwegs bin!  Es ist weiß Gott nicht so wie früher aber es geht noch! Nur anders!

2 Antworten auf „Hilfsmittel: Fluch oder Segen?“

  1. Hallo, ich heiße Manuela, bin 59 Jahre alt und habe im Februar d. J. die Diagnose MSA-P erhalten. Mein neuer Rollator steht im Gästezimmer, fast ungenutzt. Im Urlaub, in Alberobello, war er ab und zu mein Begleiter. Aber zu Hause scheue ich mich, noch. Mein mangelnder Gleichgewichtssinn und starke Schmerzen in den Füßen fördern ihr Tribut. In den nächsten Tagen muss ich ihn raus holen! Evtl. glotzende Mitmenschen sollten mir egal sein, sie helfen mir auch nicht bei der Erkrankung!

    1. Hallo Manuela,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Wenn du mit der Einkaufstüte hinfällst fallen die Blicke auch nicht sparsammer aus ? Das kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Und wenn du mit Rollator fällst (was ich auch schon geschafft habe) hillft man dir wenigtens schneller auf.
      Hast du schon probiert Gleichgewichtsübungen im Wasser zu machen. Das ist deutlich schmerzärmer!
      Alles Gute Marion

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