Wie ich mich bewege …

….hängt mittlerweile von vielen Faktoren ab. Wie habe ich geschlafen, vom Wetter, habe ich genug getrunken (und ich meine nicht den Alkohol), wie stark sind meine Rückenschmerzen, waren die vergangenen Tage körperlich anstrengend, bin ich jot drupp ?

In einem anderen Leben bin ich immer gerne gegangen, ich war nie ein Läufer eher ein Walker. Aber dies tat ich ausgiebig. DenKamerarucksack auf dem Rücken und go. Vom Stüttgenhof durch Lindenthal bis an den Rhein. Diesen entlang bis zur Südbrücke, über den Rhein und auf der anderen Seite bis zur Hohenzollernbrücke /Dom.  Kerzen anzünden im Dom für die Großeltern und den effzeh. Um mich dann noch zum Rudolfplatz zu schleppen,  bei Foto Gregor ins Schaufenster zu schauen. Und schließlich mit der Linie 7 nach Hause fahren.

Und heute bin ich froh wenn ich 800m mit dem Rollator gehe oder freihändig durchs Badezimmer komme ohne vom Kater niedergestreckt zu werden.

Meine Schwester ist der Meinung, dass man es mir schon morgens um 6.00 (erste Tabletteneinnahme) ansehen würde, spätestens aber wenn ich die Treppe runtergehe um nach draußen zu kommen, wie der Tag wird.
Sie hört auch am Rollator fahren ( ungleiches Rollen durch Schlenker ) ob ich müde bin.

Nicht nur das ich unendlich langsam bin (bei mir ist die Normalgeschwindigkeit schon Slow Motion) Und auch mein komplettes Körpergefühl/~ wahrnehmung ist verschoben. Besonders merke ich das, wenn ich im Türrahmen stehe und  versuche meinen Rücken komplett an den Rahmen zu bringen. Ich habe dann das Gefühl viel weiter zurückgehen zu müssen als wie mein empfinden ist.
Mittlerweile strecke ich mich bei jedem aufsteheń, egal ob ich aus den Bett klettere oder vom Stuhl aufstehe. Morgens vorm aufstehen strecke ich die Hüftbeuger, indem ich jeweils ein Bein aus dem Bett hängen lasse. Mehrmals täglich stütze ich mich an der Wand oder Fensterbank ab und versuche die Hüfte nach vorne zu bewegen, ohne, dass sich, die Ferse vom jeweils nach hinten gestreckten Bein, vom Boden abhebt. Je nach Tagesform, schaffe ich dann auch mal 3 Schritte aufrecht zu gehen bevor es mich wieder mit dem Oberkörper nach unten zieht.
Versuche ich dann, durch Anspannen der Bauchmuskulatur, mich dagegen aufzulehnen,  kommt mir alles, was ich vorher getrunken habe, wieder hoch.

Bei wir bei der NeuroPhysio seit kurzem immer mal wieder machen, ist eine Art Zirkeltraining für alle Extremitäten und das von allen Seiten. Rechte Seite – Bauch – linke Seite – Bauch – 4 Füßlerstand – Fersensitz – auf die Knie- und zum Schluss über das rechte Bein aufstehen.
Wenn ich mich in jeder Position gestreckt habe oder wurde, fällt mir laufen  deutlich leichter. Auch mein orthopädischer Physiotherapeut gibt mir Tipps und Trainingsstrategien für ein besseres Gangbild.

Ich versuche auch viel über Gewichtsverlagerung zu machen, was, wenn versuche freihändig zu gehen, aussieht wie ein Tanzbär auf Wanderschaft. Und wenn ich versuche aus dem Bett zu steigen, komm ich mir vor wie eine kleine Robbe auf Wanderschaft.
Will ich mich freihändig in Bewegung zu setzen, muss ich mich vorher austarieren um dann mutig zuerst den linken Fuß nach vorne zu bewegen . Einmal in Fahrt gekommen ist alles ok solange kein Gefälle auf mich zu kommt.

In geschlossenen Räumen bin ich mitunter etwas kompliziert. Ich gehöre schon immer zu den denjenigen die eher alles fallen lassen als 3 mal zu laufen. Es ist sozusagen tief verankert, dass wenn ich aufstehe meinst etwas in der Hand habe. Dementsprechend ist das Aufstehen meist etwas schwierig. In diesen Situationen benötigte ich manchmal nur den kleinen Finger um Halt /Gleichgewicht zu bekommen. Oder andersrum bedarf es nur einen Hauch um mich aus dem Gleichgewicht zu bringen.

An einem Tag wie gestern ist es mit den Bewegen mal so richtig suboptimal. Es war recht warm und drückend. Die erste Runde Physiotherapie klappte noch ganz gut. Beim tanken wurde ich schon langsamer. Auf dem Weg zur 2. Runde hatte ich schon das Gefühl, dass sich die Hitze in mir staute und war froh keine aktive Übungen machen zu müssen.
Am liebsten möchte ich dann nur einfach irgendwo sitzen und kalte Getränke in mich reinkippen.

Man betreibt viel Aufwand für ein bisschen leben!

 

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