Abschied

Wir kannten uns nur kurz aber unsere Krankheit hat uns verbindet. Ich kam hier an, in meinem neuen Heim, du warst schon da. Du hast auch nicht die selbe Krankheit gehabt wie ich, aber dich hat deine Krankheit auch bestraft, wie meine mich auch straft.

Es vergigen einige Tage bis wir uns kennengelernt haben, bis du mich akzeptiert hast. Aber dann, wo wir uns besser verstanden haben, funktionierte es ganz gut. Du warst witzig, dich hat die Krankheit geduldig und sanft gemacht, du hast oft „ja“ gesagt auch wenn du „nein“ gemeint hast. Ich habe gelernt, wen von der Präsenzkräften lieber magst, wer dich besser versteht oder mit wen du mehr bockst, weil du dich missverstanden fühlst.

Ich habe gewusst, dass wenn du deine Augen schliesst, und in deinem Bett dich ausruhst, muss es nicht heissen, du bist zufrieden – du kannst dich schwer mitteilen. Ich habe oft mit dir gefühlt, um dich bedenken gehabt. Alles wozu du ein schönes Gesicht gemacht hast, muss nicht in deinem Sinne gewesen sein.

Wir haben oft gemeinsam gespielt, du warst oft gelassen auch wenn ich wusste, so war es nicht. „Du Schlitzohr“ – hast du oft gehört, und das warst du auch.

Wie schwer es sein muss, diesen Schicksal zu ertragen, wie schwer es sein muss, oft missverstanden zu werden – obwohl hier haben es alle mit dir gut gemeint.

Ich sehe deinen Fortgang mit gemischten Gefühlen. Traurig macht es mich trotzdem, auch wenn ich dir den Frieden wünsche, dass du der Mann bist der du früher schon gerne warst, und sein wolltest, dass dein Körper dir gehorcht, und dass du deine Wünsche einfach und klar äußern kannst, – wo auch immer du bist.

Lieber Peter, ich – wir alle hier – vermisse dich, auch wenn wir uns kaum gekannt haben, und auch von einer bestimmten Seite, die wir beide in unserem „echten“ Leben garnicht waren…

Ich wünsche dir gute Reise, machs gut!

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