Sozialverträgliches Einkaufen

In meinem vorangegangenen Leben, bin ich sehr gerne einkaufen gegangen. Also nicht shoppen sondern einkaufen. Ich war über Neuerungen in der Süßwarenabteilung immer auf dem laufenden. Neue Supermärkte finde ich total spannend. Ich kann mich eine geraume Zeit in der internationalen Abteilung aufhalten und dort rumstöbern. Und in fremden Ländern erst Recht. SPA Märkte in Süd Afrika waren der absolute Knaller. Oder mitten im nichts eine Lagerhalle, wo du der Frau mit den Lockenwicklern deinen Zettel gegeben und hast einen Karton von Lebensmitteln zurück bekommen.

Und heute?  16 Jahre war der Rewe auf der Dürener mein Supermarkt. Egal ob Samstagmorgens um 7:15 nach dem Nachtdienst oder um 11:00 vor dem Spätdienst.
Zuerst wurde ich ja nur langsamer aber das bekommt man ja noch irgendwie kompensiert, indem du den ein oder anderen an der Kasse vorlässt UND Memo an mich: keine Großeinkäufe mehr.

Wenn du den Einkaufswagen dann als Rollatorersatz nimmst, u.a. ne Flasche Eierlikör kaufst um Kuchen zu backen und die Dame hinter dir in der Schlange meint :“In ihrem Zustand würde ich ja keinen Alkohol trinken“. Zuerst dachte ich  mich verhört zu haben,  jedoch bekam ich noch den wertvollen Tipp, das die Joghurts immer nach oben kommen.
Während der Kassierer mir half die Sachen in den Wagen einzuräumen.
Memo an mich: azyklisch einkaufen gehen,  den Onlinebestelldienst vom Rewe testen.
Das war vor Weihnachten und hatte Wirkung auf mich. Nach Möglichkeit bestelle ich Lebensmittel, wenn ich dran bin mit einkaufen. Diese brauchen dann nur abgeholt werden. Und wenn ich in einen Laden gehe, versuche ich nicht mehr als 6-7 Artikel einzukaufen. Weil diese Anzahl bekomme ich noch hin. Man will ja nicht den Betrieb aufhalten.
In den letzten Wochen war ich war ich zur Schmerzeinstellung in der Ambulanz. Warum ich das jetzt erzähle?
Ich hab so ziemlich alle Nebenwirkungen mitgenommenen. Palexia hebt meine Gangunsicherheit nochmal deutlicher hervor und somit weiß ich auch, wie es ist mit dem Gesicht über den Asphalt zu rutschen.
Amineurin dämpfte mich so dermaßen, dass ich um 14.00 Uhr schon völlig fertig im Sessel saß.
Arcoxia half gar nix
Jetzt klebe ich Buprenophinpflaster Und wir tasten uns an die Dosierung ran.
Durch die erwähnten Nebenwirkungen wurde ich ziemlich zurück geworfen. Und ich fange jetzt erst wieder an kurze (4-5 m) ohne Rollator zu gehen. Klappt aber aufgrund der zunehmenden Kamptokormie nur mäßig. Aber zurück zum Rewe .
Vor ca. 3 Wochen kam ich mit Rollator aus einem fast leeren Rewe. Ich habe die Tasche verstaut und fing an den Rollator zusammen zu falten. Irgendwo hupte einer um sein Leben, dachte aber nicht daran, dass ich gemeint war, man sieht ja, daß ich zugange war.
Anscheinend war ich aber nicht schnell genug. Den die Fensterscheibe wurde runter gedreht und eine sehr sympathische Stimme brüllte:“Mach voran“ und 10 Sekunden später:“Steig ein und mach dat de fott küss“!
Memo an mich: anderen Rewe suchen und beim nächsten mal die passende Antwort geben als sprachlos weg zu fahren.

3 Antworten auf „Sozialverträgliches Einkaufen“

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