Tipps und Tricks aus der Basalen Stimulation

Sie  liegt nur noch apathisch im Bett, schrieb mir letztens die Freundin einer MSA Erkrankten.

Das ist schon ungünstig, weil es die Situation nicht unbedingt verbessert. Man verliert dann das Körpergefühl noch schneller
Das könnt ihr selbst mal ausprobieren, indem ihr euch 10 min . Auf eure Hände setzt,  Augen zumacht und nach ner Minute versucht zu erspüren wie die Umgebung eurer Hand  sich anfühlt, ohne die Hand zu bewegen . Nach 10 min zieht ihr sie unter dem Bein hervor  und malt ein Bild von ihr – wie sie sich anfühlt.

Vielleicht kommt ihr dann auch zu dem Schluss , dass man sich so schlecht bewegen kann, abgesehen von der MSA.
Ich möchte jetzt nicht klingen wie einer dieser schlechten Homeshoping Verkäufer aber was hilfreich sein könnte,  ist Basale Stimulation! Ein Pflegekonzept , das ursprüngliche  aus der Heilpädagogik kommt und später für die Krankenpflege/Intensivpflege weiterentwickelt wurde.
Somatische Wahrnehmungsförderung

Unser Körper mit der Haut, als unsere Grenze zur Umwelt, ist mit vielfältigen Empfindungseindrücken von unserer frühesten Entwicklungsphase an vertraut. Hier bieten sich vielfältige Möglichkeiten wie Te ilmassagen (Hand, Fuß, Nacken, Bauch…) Streichungen, eine Geste der Berührung zur Begrüßung, passiven Bewegungen u. v. m. an um den Patienten ihren Körper wieder bewusst zumachen.

Angebote an den Patienten
Initialberührung zB Schulter, Ober-/Unterarm oder Hand
• Für alle Patienten, die ihr Umfeld nicht kontrollieren können und dadurch gestresst wirken, bieten man ein Begrüßungsritual an, dass Vertrauen und Sicherheit vermitteln soll.

• 1. Zur Kontaktaufnahme zuerst den Patienten deutlich mit Namen ansprechen, dann sie / ihn in dem oben genannten Bereich deutlich berühren.

• 2. Über die Aktivität informieren

• 3. Aktivitäten umsetzen

• 4. Zum Abschluss der Aktivität den Patienten am selben  Bereich berühren  und sie/ihn über den Abschluss

Körperformulierende Ganzwaschung

Bei dieser Waschung wird der Körper immer mit 2 Händen gewaschen.

Mit langsameren Bewegungen werden beide Gesichtshälften symmetrisch gewaschen wobei

man immer am gleichen Ausgangspunkt beginnt .

Beim Oberkörper /-bauch und Rückenbereich sollte  ‚der Patient imme ein Gefühl von  Gesamtheit gewinnen. Beispiel

Vom Sternum ausgehend in die Peripherie

Von der Brust ausgehend der Haarwuchsrichtung folgend

Kreuzweise von der linken Schulter zum rechten Oberbauch und entgegengesetzt

Arme, Hände, Beine und Füße werden mit den Händen fest umschlossen und mit einer fließenden Bewegung gewaschen. An den Gelenken erfolgt eine leichte Druckerhöhung. Die Bewegung endet immer an den Zehen bzw Fingern. Auch hier sollte jedes einzelne Glied nachmodelliert werden.

Der Patient erhält die Information: Mein Arm ist lang, rund und endet an. Den Fingern bzw mein Bein ist lang, rund und endet an den Zehen.

Bei der Zugabe von Aromen ist auf Vorlieben und Allergien zu achten. Ebenso ist auf die Wassertemperatur  zu achten (warm =beruhigend, kühl = anregend).

Was man beim waschen macht, ist natürlich auch beim eincremen möglich. Oder vor dem mobilisieren auf der Kleidung.

Hier noch eine Übung zur Selbsterfahrung im Zweierteam. Einer sitzt auf dem Stuhl der andere fährt mit beiden Händen das Bein entlang bis zu den Zehen, wobei an den Gelenken der Druck erhöht wird. Wiederholt das ca 10/15 mal ohne den Körperkontakt zu verlieren. Direkt danach steht der Sitzende auf. Der stehende bleibt neben ihm stehen? Bitte nicht mit einem Patienten machen.

Lasst euch überraschen, wie es sich anfühlt.

Ebenso kann man Körpergrenzen bewusst machen durch Positionierungen.

Das Nest gibt Sicherheit. Vor der Auflösung sollte man einen neuen Reiz setzen, da die Decken sehr schnell zu Körpergrenzen werden (Tastsinn habituiert am schnellsten). Am einfachsten ist, ihr streicht mit einer eindeutigen Berührung über die Decke.  Ihr könnt euch vielleicht noch dran erinnern, wenn man früher als Kind oder Jugendlicher die Bettdecke weggezogen bekam. Ein furchtbares Gefühl, nicht nur weil es kalt wurde.

Das Nest ist auch in seitlicher Position möglich.

Es gibt natürlich noch andere somatische Angebote (über die Haut).

Und zum Konzept der Basalen Stimulation gehören die verstibuläre (Gleichgewicht) und vibratorische Stimulation.

Aber das sind Themen für einen anderen Beitrag.

Wer noch wissen möchte, dem wird hier geholfen: marion@leben-mit-msa.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.