Erstens kommt es anders……

Tja wie soll ich beginnen. Dies ist die Geschichte eines Traumes, der durchkreuzt wurde, um ein Traum zu werden.

Aber fangen wir von vorne an. Ich heiße Maik und bin ein 50 Jahre altes Kind. Ich bin… oder sagen wir lieber ich WAR Musiker und Musiklehrer aus Leidenschaft. Dann kamen meine Kinder und ich habe die Musik ruhen lassen, um für meine Kinder da zu sein. Kann ich die Frage nochmal hören? Nein, ich habe es nie bereut. Ich habe drei großartige Kinder, die großartige Lehrer für mich waren und sind.

Ich habe immer weiter Lieder aufgenommen und dann vor vier Jahren, als die Kinder größer waren, bin ich nochmal durchgestartet. So richtig mit Band, kleinem Plattenvertrag und Konzerten auf Festivals. Und ich dachte, ich könnte ewig so weiter machen. Bis vor zwei Jahren meine Schritte unsicherer und meine Stimme verwaschener wurde. Vor etwas über einem Jahr hab ich dann noch gemerkt, dass ich kein Instrument mehr spielen kann.

Die ersten Wege zu den Ärzten waren davon geprägt, dass ich nicht ernst genommen oder belächelt wurde. Dann wurde ich durch die Blume als Hypochonder bezeichnet. Anschließend wurde mir von einer Neurologin nach zwei Minuten ohne Voruntersuchung gesagt, es sei wahrscheinlich psychosomatisch. Dann wieder wurde die Wirbelsäule als Ursache verdächtigt.

In der Zwischenzeit musste ich die Musik aufgeben und mir wurde immer klarer: es ist ernst.

Aber wohin mit meiner Kreativität? Und was kann ich tun um meinen Körper zu unterstützen? Ich begann Märchen zu schreiben, Kartentricks zu lernen, um meine Finger zu trainieren und italienisch zu lernen für die Zunge.

Dann hatte eine Freundin einen guten Neurologen in Erlangen ausgemacht. Einen letzten Versuch wollte ich wagen. Dieser Neurologe überwies mich mit höchster Dringlichkeit nach Rummelsberg in die Neurologie. Am 30.07.2025 bekam ich dann die Diagnose, die ich aufgrund von vielem Lesen schon selber in Verdacht hatte. MSA-C. Es war trotzdem anders es nochmal zu hören. Zwei bis drei Tage war ich ziemlich down. Jetzt geht es mir psychisch wieder gut.

Obwohl ich nicht mehr arbeiten kann, habe ich weniger Zeit als vorher. Ich schreibe Märchen, lerne italienisch, lerne Kartentricks, gehe ins Fitnessstudio oder in den Wald und koche gern, lese und schaue Filme. Ich habe mittlerweile über 40 Märchen im letzten halben Jahr geschrieben und ich vermisse die Musik gar nicht mehr.

Und die Krankheit? Ich merke sie. Und ich entdecke fast täglich neue Dinge, die anders sind als vorher. Aber ich ignoriere sie weitgehend. Vielleicht verliert sie ja das Interesse an mir. Und wenn nicht kümmere ich mich um die nächsten Schritte, wenn sie notwendig werden. Aber jetzt lebe ich und verliere mich, wie ein kleines Kind in meinen Märchen. Und habe mich dabei gefunden.

Vor zwei Wochen hab ich beschlossen, ich nehme die Märchen auf, für Youtube. Einer meiner Söhne spricht sie ein, da ich das nicht mehr kann. Dafür kann er es um so besser. Und ich bin so stolz.

 

10 Antworten auf „Erstens kommt es anders……“

  1. Hallo Maik,

    da kannst du sehr stolz darauf sein!

    Seid ihr schon online auf youtube?
    Wenn ja verrätst du mir deinen Kanal, würde mir deine Märchen
    Gerne anhören.

    Grüssle Anja

  2. Wir haben erst begonnen. Aber ein Märchen ist bereits online. Sonntag nehmen wir das Zweite auf und dann drei bis vier pro Monat.

    Der Kanal heißt „Beutels Mär“ und das erste vertonte Märchen heißt „Als Valur das Nordlicht fing“.

    1. Hallo Maik,

      ich habe es mir gerade angehört.
      Eine wundervolle Geschichte, dazu die ruhige Stimme deines Sohnes
      und die wunderschönen Bilder, toll.
      Freu mich schon auf weitere Märchen.

      Grüßle Anja

      1. Liebe Anja,

        heute nehmen wir das zweite Märchen auf. Ich freu mich schon drauf.

        Danke für die lieben Worte. Ich werde das Lob auch an meinen Sohn weitertragen.

        Danke fürs Anhören

        Einen schönen Sonntag noch
        Viele liebe Grüße
        Maik

  3. Hallo Maik,
    ich wünsche Dir alles Erdenkliche Gute.
    Mein Mann Hartmut ist am 14.06.2024 ,
    nachdem ich ihn 2,5 Jahre gepflegt habe, gestorben.
    Wir kommen aus Erlangen, Du auch ?
    Liebe Grüße,
    Susanne

  4. Hallo Susanne,

    Danke dir.

    Das tut mir leid. Ist echt mies die Krankheit.

    Ich bin aus Eckental. Also nebendran. Aber in Erlangen ist mein Neurologe Dr. Dütsch. Da bin ich Dienstag wieder🙃

    Viel Glück dir.🍀
    Viele liebe Grüße
    Maik🙋🏻‍♂️

  5. Hallo Maik, dich hat ja die Krankheit wirklich früh getroffen, umso stolzer kannst du darauf sein wie und was du bisher für dich und insbesondere für deine Kinder daraus gemacht hast. Dafür zolle ich dir großen Respekt. Es würde mich freuen wenn mehr Geschichten von dir hier erscheinen würden. Ich hatte auch 3 Kinder von denen nur noch das jüngste lebt. Meine jüngsten waren auch zweiteilige Zwillinge, das kleinste von den beiden Mädels war nicht überlebensfähig und starb bei der Geburt. Meine große Tochter starb mit 28 sie ist jetzt 11 Jahre tot. Ich will dich nicht herunterziehen aber deine Geschichten hätten schon viel früher Zuspruch finden müssen.
    Liebe Grüße sendet dir Reiner

    1. Lieber Reiner, danke für deine lieben Worte. Schreckliche Schicksale, die das Leben für dich hatte. Die Reihenfolge sollte gewahrt bleiben. Auch ein Grund, warum mein Schicksal relativ ok für mich ist. Ich habe auch jemanden, der vorrausgegangen ist. Irgendwie mag ich die romantisierte Vorstellung, denjenigen wiederzusehen. Hilft dir auch so eine Vorstellung?

      Da kommen bestimmt noch mehr Märchen. Aber nicht so schnell. Soll ja eine Seite für alle sein und nicht um mich zu vermarkten.

      Pass bitte auf dich auf.

      Viele liebe Grüße
      Maik

  6. Hallo Maik,

    hab gerade das dritte Märchen angehört. Einfach toll.
    Hab es gleich meiner lieben Kollegin geschickt, die sehr interessiert ist an der nordischen Mythologie. Wird ihr bestimmt gefallen.
    Weiter so👍

    Grüße Anja

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